Geschichte

Die HMS Bounty war das Segelschiff, auf dem es am 28. April 1789 während des Kommandos William Bligh zu der berühmten Meuterei kam, die Charles Nordhoff und James Norman Hall  in ihrem Roman Meuterei auf der Bounty beschrieben haben.

Die Bounty hiess ursprünglich Bethia und war ein privater Kohlenfrachter. Die Royal Navy erwarb das Schiff im Mai 1787 zu dem Zweck, Ableger des Brotfruchbaums von Tahiti zu den Westindischen Inseln zu bringen. Man versprach sich davon eine billige Nahrungsquelle für die dortige Sklaven.

Im Juni 1787 wurde die Bounty in Deptford für die Reise umgerüstet. Der Frachtraum sollte die eingetopften Brotfrucht-Sämlinge aufnehmen, zu diesem Zweck wurden Gitter zum Oberdeck angebracht, die für Belüftung und Licht sorgen sollten. Das Kommando erhielt der damals 33jährige Leutnant William Bligh, der sich bereits als Navigator auf James Cooks Südseereisen ausgezeichnet hatte.

Am 23. Dezember 1787 stach die Bounty mit
46 Mann (allesamt Freiwillige) von Spithead in See mit Ziel Tahiti. Bligh hatte die Order, mit der Bounty Kap Hoorn zu umsegeln. Aufgrund der schlechten Witterung musste Bligh diesen Versuch jedoch nach 30 Tagen aufgeben und ließ Kurs auf das Kap der guten Hoffnung setzen. Die Bounty erreichte Tahiti am 25. Oktober 1788 nach mehr als 10 Monaten auf See.
Bligh und seine Mannschaft verbrachten fünf Monate auf Tahiti, da sich der Brotfruchtbaum zur Ankunftszeit in seiner Ruhephase befand und in dieser Zeit nicht umgepflanzt werden konnte. Die Mannschaft gewöhnte sich an die Gebräuche und Kultur der Tahitianer, es gab zahlreiche Beziehungen zwischen tahitianischen Frauen und den englischen Seeleuten. Fletcher Christian heiratete sogar eine tahitianische Frau. Am 4. April 1789 verliess die Bounty Tahiti.

Am Morgen des 28. April kam es unter Führung von Fletcher Christian zur Meuterei. 11 Seeleute schlossen sich Christian an, während 31 loyal zu Bligh blieben. Die Meuterer setzten Bligh mit 18 Getreuen vor Tofua (Haapaí, Tonga) in einem kleinen Beiboot aus, 13 weitere mussten an Bord der Bounty verbleiben. Lediglich ausgerüstet mit einem Sextanten und einer Taschenuhr legte Bligh in 41 Tagen ca. 5.800 km bis nach Timor zurück. Das einzige Opfer dieser Überfahrt war ein Mannschaftsmitglied, das auf Tofua von Eingeborenen getötet worden war.

Die Meuterer segelten zuerst zu der Insel Tubuai, wo sie sich niederlassen wollten, kehrten aber nach drei Monaten nach Tahiti zurück. 16 Mannschaftsmitglieder verblieben auf Tahiti, während Christian mit acht Getreuen, sechs tahitianischen Männern und elf Frauen (darunter eine mit einem Baby) wieder in See stach. Die Meuterer mussten befürchten, von der Royal Navy verfolgt und aufgespürt zu werden. Diese Sorgen waren berechtigt, drei Meuterer, die auf Tahiti verblieben, wurden später festgenommen und nach einem Kriegsgericht-Verfahren in England hingerichtet.

Durch einen Zufall gelangten die Meuterer zu den
Pitcairninseln. Diese waren in den Karten der Royal Navy falsch eingezeichnet und boten somit ein ideales Versteck. Am 23. Januar 1790 verbrannten die Meuterer die Bounty in der Bucht, die heute als Bounty Bay bekannt ist. Erst

1808 wurden die Inseln von dem amerikanischen Schiff Topaz wiederentdeckt.

 

Erstes Bild von der Meuterei auf der Bounty Robert Dood 1790

 

 

Bounty-Bay Pitcairn Island. Hier wurde die Bounty verbrannt.

 

 

 

Grab von John Adams (Inselpatriarch) auf Pitcairn

 

 

 

 

Bounty II von 1960

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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